Beim Hausbau und der Renovierung spielt die richtige Wahl der Materialien eine entscheidende Rolle für ein gesundes Raumklima. Diffusionsoffene Materialien gewinnen dabei zunehmend an Bedeutung – erfahren Sie hier, warum diese „atmungsaktiven“ Baustoffe so wichtig sind.
Was bedeutet diffusionsoffen?
Diffusionsoffen bezeichnet eine Eigenschaft von Materialien, die den Austausch von Luft und Feuchtigkeit ermöglichen, ohne dass es zu einer Ansammlung von Feuchtigkeit kommt. Diese Wasserdampfdurchlässigkeit ist ein zentrales Konzept in der modernen Bauweise, da sie verhindert, dass Feuchtigkeit im Baukörper eingeschlossen wird. Diffusionsoffene Materialien können Feuchtigkeit aufnehmen und nach und nach wieder abgeben, wodurch sie wie eine natürliche Membran funktionieren.
Definition und Grundprinzipien
Diffusionsoffenheit beschreibt die Fähigkeit eines Materials, Wasserdampf durchzulassen und damit einen Feuchtigkeitsaustausch zu ermöglichen. Das Grundprinzip basiert auf dem physikalischen Prozess der Diffusion, bei dem Wassermoleküle vom Bereich höherer Konzentration zum Bereich niedrigerer Konzentration wandern.
- Dampfdiffusions-Widerstandszahl (μ-Wert) misst die Durchlässigkeit im Vergleich zu einer Luftschicht
- „Innen dichter als außen“-Konzept für optimale Dampfbremsung
- Dampfbremse auf der Innenseite
- Zunehmend dampfdurchlässigere Außenschichten
- Kontrollierter Feuchtigkeitstransport nach außen
Vorteile diffusionsoffener Materialien
- Natürliche Regulierung der Luftfeuchtigkeit
- Verbessertes Wohlbefinden der Bewohner
- Reduziertes Risiko von Atemwegserkrankungen
- Schutz der Bausubstanz vor Feuchteschäden
- Verbesserte Energieeffizienz
- Bessere Schalldämmung
- Häufig aus nachhaltigen Rohstoffen hergestellt
Wie funktionieren diffusionsoffene Materialien?
Diffusionsoffene Materialien funktionieren nach einem einfachen, aber effektiven Prinzip: Sie lassen Wasserdampfmoleküle hindurch und ermöglichen so einen kontrollierten Feuchtigkeitsaustausch. Diese atmungsaktive Eigenschaft ist besonders in der Bauphysik von großer Bedeutung, da sie Kondensatbildung innerhalb der Konstruktion vermeidet.
Dampfdiffusions-Widerstandszahl und SD-Wert
| Kennwert | Bedeutung | Beispielwerte |
|---|---|---|
| μ-Wert | Diffusionswiderstand im Vergleich zur Luftschicht | Holzfaserplatte: ~5, Aluminiumfolie: >100.000 |
| SD-Wert | Diffusionsäquivalente Luftschichtdicke | Diffusionsoffen: <0,5 Meter |
Beispiele für diffusionsoffene Baustoffe
- Kalziumsilikatplatten – ideal für Innendämmung und Schimmelsanierung
- Holzfaserplatten – ausgezeichnete Wärme- und Schalldämmung
- Lehmbaustoffe (Lehmputz und Lehmsteine)
- Mineralische Putze auf Kalk- oder Silikatbasis
- Zellulosedämmung
- Hanf- und Flachsdämmung
- Spezielle diffusionsoffene Folien und Membranen
Anwendung diffusionsoffener Materialien im Bauwesen
Im modernen Bauwesen sind diffusionsoffene Materialien zu einem essentiellen Bestandteil nachhaltiger Baukonzepte geworden. Diese Materialien ermöglichen Gebäuden das „Atmen“ durch ihre Fähigkeit, Feuchtigkeit aufzunehmen und kontrolliert abzugeben. Dies verbessert nicht nur das Raumklima, sondern schützt auch langfristig die Bausubstanz.
- Optimale Verbindung von Wärmeschutz und Feuchtigkeitsregulierung
- Kontrollierten Feuchtigkeitstransport durch Bauteile
- Verhinderung von Kondenswasserbildung in Wänden
- Erfüllung ökologischer und bauphysikalischer Anforderungen
- Steigende Bedeutung bei Energieeffizienzanforderungen
Einsatz in Altbauten und Neubauten
In historischen Gebäuden ist die Verwendung diffusionsoffener Materialien besonders wichtig, da diese ursprünglich mit atmungsaktiven Materialien wie Lehm, Kalk und Naturstein errichtet wurden. Bei Sanierungen können moderne diffusionsoffene Dämmstoffe diese natürliche Eigenschaft erhalten und gleichzeitig den Wärmeschutz optimieren.
- Erhaltung der historischen Bausubstanz
- Vermeidung von Feuchtigkeitsstau
- Integration moderner Dämmstandards
- Durchdachte Schichtenfolge vom Fundament bis zum Dach
- Einsatz innovativer Materialien wie Holzfaserdämmplatten
Integration in Passivhaus-Standards
Die Integration diffusionsoffener Materialien in Passivhaus-Konzepte erfordert eine besondere Balance zwischen höchster Energieeffizienz und gesundem Raumklima. Mehrschichtige Wandaufbauten mit diffusionsoffenen Dämmstoffen werden dabei mit feuchtigkeitsadaptiven Dampfbremsen kombiniert.
- Kombination von Luftdichtheit und Feuchtigkeitsaustausch
- Einsatz mechanischer Lüftung mit Wärmerückgewinnung
- Verwendung von Holzfaser- oder Zellulosedämmung
- Integration moderner Dampfbremssysteme
- Optimales Gleichgewicht zwischen Energieeinsparung und Wohngesundheit










